Kurzfristige Maßnahmen

Bis zur Verkehrsfreigabe der Umfahrung fordern wir die Umsetzung folgender Maßnahmen:
LKW-Nachtfahrverbot
=> Nachfahrverbot für LKW ab 3,5t von 22:00 – 06:00

Besonders die LKW verursachen starken Verkehrslärm. Das Nachtfahrverbot trägt wesentlich zu einer Lärmentlastung der Anrainer bei. Gerade die Nachtruhe ist eine wesentliche Grundlage für körperliche Entspannung und Regeneration.

=> Geschwindigkeitsbeschränkung 30km/h30kmh

Auf der B6 im Ortsgebiet Harmannsdorf-Rückersdorf sorgt die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30km/h für die Einhaltung der geltenden Lärmgrenzwerte. (60dB Tagsüber 50dB Nacht. Aktuell werden diese Werte um 10dB überschritten und sind somit doppelt so laut als der Grenzwert!!!)

 

Grundlagen:

1) Gesundheitliche Grundlage der Forderungen:Lärm-macht-krank

Eine ungestört Nachtruhe ist eine wesentliche Grundlage für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung des Menschen.

Verkehrslärm macht nachweislich krank und führt zu einer erhöhten Sterblichkeit. Es sterben bereits mehr Menschen an den Folgen von Verkehrslärm als direkt im Verkehr. Besonders negativ betroffen vom Verkehrslärm sind Kinder. Die körperliche und geistige Entwicklung von lärmgeplagten Kindern ist nachweislich stark negativ beeinflußt.

Der Dauerschallpegel an der B6 in Tresdorf und Harmannsdorf-Rückersdorf liegt tagsüber bei 70dB und in der Nacht bei 61dB. Die höchst zulässigen Grenzwerte von 60dB am Tag und 50dB in der Nacht werden somit um 11dB überschritten. Die empfohlen Grenzwerte der WHO werden sogar um 15dB überschritten.

 

2) Rechtliche Grundlagen der Forderungen:

  • Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist als Menschenrecht in verschiedenen Verfassungen und internationalen Vertragswerken garantiert.
  • Das Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz und die Bundesumgebungslärmschutzverordnung setzt die Umgebungslärmrichtlinie des Europäischen Parlaments Richtlinie 2002/49/EG auf Bundesebene in österreichisches Recht um. Ab der strategischen Lärmkartierung im Jahr 2012 sind das Straßen mit mehr als 3 Mio. Kfz-Fahrten/Jahr. Bis Juli 2013 sind auf Basis dieser Lärmkarten von den für die Verkehrsträger zuständigen Behörden Aktionspläne zu erstellen. Diese Aktionspläne haben das Ziel den Umgebungslärm soweit erforderlich und insbesondere in Fällen, in denen das Ausmaß der Belastung gesundheitsschädliche Auswirkungen haben kann, zu verhindern und zu mindern. Die Landesstraße B6 hatte in Tresdorf bereits in den Jahren 2006, 2011, 2012 und 2013 mehr als die erforderlichen 3 Mio. Kfz-Fahrten/Jahr.
  • Gemäß der Richtlinie für Lärmschutz an Landesstraßen B und L (2008) gilt an bestehenden Landesstraßen in der Nacht ein maximal zulässiger Immissionswert von 50dB(A) bei Tag ein maximal zulässiger Immissionswert von 60dB(A).
  • Die Grenzwerte der wichtigsten Luftschadstoffe wie Feinstaub (PM10), Stickstoffoxide (NO2), Schwefeldioxid (SO2), Kohlemonoxid (CO) und Blei (Pb) sind im Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) festgelegt. Die geschlossene, enge Bebauungsweise und der Nord-Süd Verlauf der Straße verhindern Durchmischung und Abtransport der Schadstoffe und begünstigen Überschreitungen der Schadstoffgrenzwerte. Bei Überschreitung der Grenzwerte muss der Landeshauptmann Maßnahmen zur Verringerung der Schadstoffbelastung setzen.
  • Die lärmtechnischen Gutachten des Einreichprojekts KOW2-V-121 sowie die Gutachten der Amtssachverständigen (ASV) zur geplanten Umfahrung Harmannsdorf-Tresdorf weisen deutlich auf die dringende notwendigkeit von begeleitenden Maßnahmen hin:
    1. Im Einreichprojekt wird auf die Überschreitung der Lärmgrenzwerte in den Ortsgebieten Tresdorf, Harmannsdorf und Rückersdorf trotz Entlastung durch die Umfahrung hingewiesen: „Obwohl die Grenzwerte für die bestehende Landesstraßen damit nicht ganz erreicht werden, kommt es dadurch zu einer erheblichen Entlastung der Anrainer der jetzigen B 6.“
    2. In der Stellungnahme des ASV für Lärmtechnik Ing. Alfblue Hofer wird abermals darauf hingewiesen: „Zusammenfassend zeigt sich, dass im Ortsgebiet von Tresdorf, Harmannsdorf und Rückersdorf eine Pegelblueuzierung im Ausmaß von 3 bis 10db zu erwarten ist. Die Grenzwerte der Richtlinie werden aber weiterhin nicht erreicht.“
    3. Im verkehrstechnischen Gutachten des ASV DI Markus Strasser wird ausgeführt, dass durch begleitende Bauliche Maßnahmen sicherzustellen ist, dass das Geschwindigkeitsniveau in der Ortsdurchfahrt nicht ansteigt: Gleichzeitig ist hier sicherzustellen, dass durch begleitende bauliche Maßnahmen das Geschwindigkeitsniveau in der Ortsdurchfahrt dann zumindest nicht ansteigt, da eine blueuktion des Anteils der Fahrzeuge, die in Kolonnen fahren zurückgeht und somit die Geschwindigkeit, ohne bauliche Maßnahmen zur blueuktion der Geschwindigkeit, diese statistisch ansteigt..

Die Notwendigkeit von begleitenden Maßnahmen wird also einerseits durch die lärmtechnischen Gutachten aus dem Einreichprojekt begründet:

Die Grenzwerte der Richtlinie werden aber weiterhin nicht erreicht.“

Andererseits sind die begleitenden baulichen Maßnahmen auch eine Forderung des verkehrstechnischen ASV um erhöhte Geschwindigkeiten in den Ortsgebieten zu verhindern:

Gleichzeitig ist hier sicherzustellen, dass durch begleitende bauliche Maßnahmen das Geschwindigkeitsniveau in der Ortsdurchfahrt dann zumindest nicht ansteigt“

Zusammenfassung

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  • Der Schutz der vom Verkehrslärm betroffenen Anrainer ist durch vergleichweise einfachen Mitteln einfach, rasch und kostengünstig realisierbar.
  • Die bestehenden Lärmgrenzwerte werden um ein Vielfaches (über 10dB, also mehr als das Doppelte!) überschritten.
  • Die gesetzlichen Grundlagen sind mehrfach gegeben: Recht auf körperliche Unversehrtheit als Menschenrecht in der Verfassung, Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz, Bundesumgebungslärmschutzverordnung, Richtlinie für Lärmschutz an Landesstraßen B und L (2008), lärmtechnischen Gutachten des Einreichprojekts KOW2-V-121 sowie Gutachten der Amtssachverständigen (ASV) zur geplanten Umfahrung Harmannsdorf-Tresdorf

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